Der Klarapfel ist sehr früh reif und wird je nach Lage, bereits im Juli geerntet. Früher wurde der Klarapfel meist zu Kompott oder Schnaps verarbeitet. Ich nutze ihn trotzdem für die Essigproduktion. Zum einen ist er nach der Kirschenverarbeitung reif, zum anderen hat er einen eher geringen Zuckergehalt.
Problematisch ist, dass die Früchte nicht gleichmässig ausreifen und innerhalb zwei Wochen, nach und nach vom Baum fallen. Es ist schwierig einen Zeitraum für die Vollernte zu finden. Ich selbst ernte die Früchte etwas früher, wenn die Kerne noch weiss sind, und belasse die Früchte noch einige Tage in der Holzkiste. Ist die Frucht in der Vollreife, ist sie sehr mehlig. Sie ist dann nicht mehr gut abzupressen.
Die Frucht ist sehr druckempfindlich und wird beim herunterschütteln schnell beschädigt. Deshalb sortiere ich die Früchte nochmals aus, und schneide stark faulende Stellen ab.

Verarbeitung

Äpfel sollten nicht gemaischt werden. Als Nebenprodukt beim Pektinabbau entsteht Methanol. Beim Schnapsbrennen wird Methanol nicht über den Vor- oder Nachlauf entfernt. Es befindet sich auch im Hauptlauf.
Nach einigen Tagen, wenn die Äpfel noch nicht zu weich sind, werden sie gemahlen und abgepresst.
Ich vergäre mit Reinzuchthefe. Da die Äpfel gelagert werden, bietet es sich an, eine Naturvergärung zu wagen. Dazu werden einige Früchte direkt nach der Ernte eingemaischt, oder ganz fein gemahlen, abgepresst und einige Tage in einem Behältnis mit Spund fermentiert. Der Saft (bzw. Apfelwein) wird dann dem Presssaft als Starter zugeführt.
Die Frucht ist relativ trocken. Man kann mit einer Saftausbeute von nicht mehr als 60% rechnen. 50% sind realistisch.